Schwarzspechthöhlen - gestürztes Hochhaus
1999 zerstörte Sturm Lothar ein "Hochhaus": Die Buchen-Wohnung eines Schwarzspechtes und seiner Nachmieter. Am Boden liegend zeigte sich die vollständige Kunst des Höhlenbaus: Der Specht legte gleich drei Bruthöhlen untereinander an. Immer wenn eine Höhle zu stark ausgefault war, wurde im morschen Holz in der Nachbarschaft wieder einen neue Höhle angelegt. Die alten Höhlen dienten dann der Hohltaube als Brutplatz und als der Stamm innen ganz durchgefault war, wurde die Röhre von Fledermäusen besiedelt. Dies war erkennbar als der Stamm aufgesägt wurde, an dem umfangreichen Fledermausmist, der sich über 1 Meter hoch in der Höhle türmte. Außerdem fand der Buchenzangenbock, ein Bock-Käfer, dessen Larven vermodertes Buchenholz benötigen, eine außerordentlich komfortable Kinderstube.
Vordach
Hier wurden die Stammstücke für eine Ausstellung in einem Kindergarten präpariert. Dazu ein Schwarzspecht aus Holz fast in Originalgröße. Offensichtlich bildete die Buche an den Höhleneingängen sogenanntes Wundgewebe aus (Kallusgewebe), um den Eingang wieder zu überwallen. Dieses kann der Schwarzspecht aber soweit zurückhal-ten beziehungsweise lenken, dass er davon profitiert: Das Kallusgewebe wölbt sich nach vorne und bildet mit der Zeit einen Wetterschutz gegen das Eindringen von Wasser in die Höhle.